Am 20. Mai 2026 hat der Gesundheitsausschuss des Deutschen Bundestages die Beschlussempfehlung zum Apothekenversorgung-Weiterentwicklungsgesetz (ApoVWG) verabschiedet. Die Berichterstattung war groß, die Schlagzeilen am Wochenende prominent. Was in der Tagespresse aber nur in Stichpunkten ankam, verdient eine genauere Lektüre. Wer das Gesetz sorgfältig liest, sieht etwas, das viele in unserer Branche seit Jahrzehnten gefordert haben: Deutschland macht die Apotheke endlich zum aktiven Gesundheitsdienstleister.
Meine These: Das ApoVWG bietet der deutschen Apotheke die größten Chancen seit Jahrzehnten. Es kehrt eine über zwanzigjährige Entwicklung um, in der die Präsenzapotheke vor allem in der Defensive war: gegenüber dem Versandhandel, gegenüber sinkenden Margen, gegenüber wachsenden bürokratischen Lasten. Mit diesem Gesetz wird die Vor-Ort-Apotheke zum ersten Mal seit Langem nicht verteidigt, sondern strategisch ausgebaut. Und zwar substanziell.