Assistierte Telemedizin
Die strukturierte Ersteinschätzung
Ein strukturiertes, digitales Verfahren, das Beschwerden vor einer Videosprechstunde einordnet: vorgeschrieben bei einer unbekannten Praxis und bis 30.06.2027 mit 30 € vergütet, auch wenn die gewünschte Videosprechstunde danach nicht zustande kommt.
30 €
je Vorgang (degressiv ab 2027)
19816313
Sonderkennzeichen nur Ersteinschätzung (bis 30.06.2027)
19816342
Sonderkennzeichen mit Videosprechstunde (bis 30.06.2027)
Klasse IIa
Medizinprodukt nach MDR (XUND)
Definition
Was ist die strukturierte Ersteinschätzung?
Bei einer strukturierten Ersteinschätzung kommt ein digitales Abfrage-Tool mit einem festen Fragen- und Ablaufschema zum Einsatz. Es schätzt bei akuten Beschwerden ein, wie dringend die individuelle Situation ist und welche Versorgungsebene passt. DoctorBox setzt dafür auf das zertifizierte Verfahren des Partners XUND — ein als Medizinprodukt der Klasse IIa (nach MDR, mit CE-Kennzeichnung) zugelassenes, strukturiertes Ersteinschätzungsverfahren, das die Anforderungen der Anlage 31c BMV-Ä erfüllt.
Wichtig: Es ist eine Einordnung, keine ärztliche Diagnose. Die versicherte Person durchläuft das Verfahren im geschützten Raum Ihrer Apotheke; Ihr Team unterstützt bei der Bedienung. Rechtlich ist die Ersteinschätzung der erste von bis zu zwei Prozessschritten der assistierten Telemedizin (§ 129 Abs. 5h SGB V) — der zweite ist die Videosprechstunde.
Warum es sich lohnt
Die unterschätzte aTM-Leistung
Viele denken bei der Ersteinschätzung an „nur einen Fragebogen“. Tatsächlich ist sie auch allein voll vergütet, wenn die gewünschte Videosprechstunde nicht zustande kommt – und bei einer unbekannten Praxis der vorgeschriebene erste Schritt vor der Videosprechstunde.
Auch allein vergütet — 30 €
Kommt die gewünschte Videosprechstunde nach der Ersteinschätzung nicht zustande, rechnen Sie die Ersteinschätzung allein ab: Sonderkennzeichen 19816313, 30 € bis 30.06.2027.
Voraussichtlich ohne Umsatzsteuer
Die Vertragspartner gehen übereinstimmend davon aus, dass die Vergütung nicht der Umsatzsteuer unterliegt (Anlage 13 § 10 Abs. 4). Sieht die Finanzverwaltung das anders, wird neu verhandelt.
Pflicht vor der Videosprechstunde bei einer unbekannten Praxis
Möchte die versicherte Person eine Videosprechstunde bei einer Praxis, die sie nicht kennt, ist vorher eine strukturierte Ersteinschätzung vorgeschrieben.
Niedrigschwellig
Ohne ärztlichen Termin im Voraus und mehrmals täglich möglich, sobald eine versicherte Person eine Videosprechstunde bei einer Praxis wünscht, die sie nicht kennt.
Ablauf
So läuft eine Ersteinschätzung ab
- 01
Anspruch & Vereinbarung
Versicherungsverhältnis prüfen und die kurze Vereinbarung unterschreiben lassen — sie verbleibt vier Jahre in der Apotheke.
- 02
Strukturierte Abfrage
Die versicherte Person durchläuft im geschützten Raum das digitale Abfrageschema (zertifiziertes Verfahren unseres Partners XUND). Ihr Team unterstützt bei der Bedienung.
- 03
Dringlichkeit einschätzen
Das Verfahren schätzt bei akuten Beschwerden ein, wie dringend die Situation ist und welche Versorgungsebene passt — keine Diagnose, sondern eine Einordnung.
- 04
Bei Bedarf: Videosprechstunde
Ergibt die Einschätzung eine ärztliche Versorgung, kann direkt eine Videosprechstunde anschließen — sonst wird der passende Weg empfohlen.
- 05
Dokumentieren & abrechnen
Erbrachte Leistung in der Vereinbarung ankreuzen und abrechnen: 19816313 (nur Ersteinschätzung) bzw. 19816342 (Ersteinschätzung + Videosprechstunde).
Abrechnung
Kurz zur Abrechnung
| Konstellation | Sonderkennzeichen | Vergütung¹ |
|---|---|---|
| Nur Ersteinschätzung | 19816313 | 30,00 € |
| Ersteinschätzung + Videosprechstunde | 19816342 | 30,00 € |
| Nur Videosprechstunde (bekannte Praxis, ohne Ersteinschätzung) | 19816336 | 30,00 € |
¹ Pauschale je Vorgang im Zeitraum 01.07.2026–30.06.2027, danach degressiv (25,50 € / 23,00 € / 21,50 €). Die Vertragspartner gehen übereinstimmend davon aus, dass die Vergütung nicht der Umsatzsteuer unterliegt. Abrechnung zunächst per Sonderbeleg, ab 01.03.2027 elektronisch. Details: Übersicht assistierte Telemedizin · Abrechnungs-Ratgeber.
Womit Sie die Ersteinschätzung umsetzen
Auf dem DoctorBox Care Tablet läuft das strukturierte Verfahren auf einem abgesicherten, vorbereiteten Endgerät — inklusive Software, Fernwartung und dem direkten Übergang in die Videosprechstunde. Auspacken, einschalten, loslegen.
FAQ
Häufige Fragen
Was ist die strukturierte Ersteinschätzung?
Ein digitales Abfrage-Tool mit festem Fragen- und Ablaufschema, das bei akuten Beschwerden einschätzt, wie dringend die Situation ist und welche Versorgungsebene passt. DoctorBox setzt dafür auf das Verfahren des Partners XUND — ein Medizinprodukt der Klasse IIa (nach MDR, mit CE-Kennzeichnung). Es ist eine Einordnung, keine ärztliche Diagnose.
Bekommt die Apotheke auch ohne Videosprechstunde Geld?
Ja. Kommt die gewünschte Videosprechstunde nach der Ersteinschätzung nicht zustande, wird die Ersteinschätzung allein mit Sonderkennzeichen 19816313 abgerechnet und mit der vollen Pauschale vergütet (30 € bis 30.06.2027, danach degressiv).
Muss die Apotheke eine eigene Software kaufen?
Nein, Sie müssen keine Triage-Software separat einkaufen. Das strukturierte Abfrageschema läuft auf dem abgesicherten Endgerät im Beratungsraum; die Plattform ist Teil der Lösung. Eine Videosprechstunde läuft über den zertifizierten Videodienst der Arztpraxis.
Stellt die Apotheke damit eine Diagnose?
Nein. Die Apotheke begleitet die versicherte Person durch ein standardisiertes Verfahren; das Ergebnis ist eine Dringlichkeits- und Versorgungseinschätzung. Die ärztliche Diagnose erfolgt — falls nötig — in der anschließenden Videosprechstunde.
Wann ist die Ersteinschätzung verpflichtend?
Wenn die versicherte Person eine Videosprechstunde bei einer Praxis wünscht, die sie nicht kennt. Unbekannt heißt nach Anlage 31c BMV-Ä: kein persönlicher Arztkontakt in dieser Praxis in den letzten vier Quartalen, das laufende eingeschlossen. Bei einer bekannten Praxis entfällt die Ersteinschätzung; die Apotheke rechnet dann nur die Videosprechstunde ab (Sonderkennzeichen 19816336 für 01.07.2026–30.06.2027). Am DoctorBox Care Tablet kommt dafür ein eigener Ablauf mit einem der nächsten Updates; bis dahin beginnt dort jeder Fall gesetzlich Versicherter mit der strukturierten Ersteinschätzung.
Angaben nach den ABDA-/DAV-Arbeitsmaterialien zur assistierten Telemedizin (Stand 09.06.2026) sowie § 129 Abs. 5h SGB V. Keine Rechtsberatung — maßgeblich sind die offiziellen Dokumente.