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Voraussetzungen

Assistierte Telemedizin: technische & räumliche Voraussetzungen in der Apotheke

09. Juni 2026Von Julian Maar6 Min. Lesezeit

Die assistierte Telemedizin stellt klare Anforderungen an Raum, Technik und IT-Sicherheit. Wir fassen den ABDA/DAV-Technikleitfaden praxisnah zusammen — und zeigen, wie eine integrierte Lösung den Aufwand abnimmt.

Der Raum: vertraulich und privat

Die Apotheke benötigt einen Raum innerhalb der Betriebsräume, in dem die assistierte Telemedizin vertraulich stattfinden kann: Mithören und Einsehen müssen verhindert sein, Datenschutz, Datensicherheit und Privatsphäre gewährleistet. Ein abgetrennter Beratungsraum erfüllt diese Anforderung.

Die technische Grundausstattung

Benötigt wird ein Desktop-PC, Mini-PC oder Notebook mit aktuellem Betriebssystem und Webbrowser. Da der Rechner ausschließlich für die Videosprechstunde dient, bestehen keine besonderen Anforderungen an die Hardwareleistung. Dazu gehören:

  • Bildschirm in ausreichender Größe
  • Webcam, Mikrofon und Lautsprecher
  • Eingabefunktion (z. B. Tastatur/Touch)
  • Stabile Internetverbindung

Mehrere oder alle Funktionen dürfen in einem Gerät zusammengefasst sein.

IT-Sicherheit: der entscheidende Teil

Während der Sprechstunde bedient die versicherte Person den Browser allein. Daraus ergeben sich besondere Anforderungen an Datenschutz und IT-Sicherheit. Die Apotheke muss sicherstellen, dass weder auf interne Systeme (Warenwirtschaft, E-Rezept-Anwendungen) noch auf Daten anderer Personen zugegriffen werden kann.

1. Betrieb außerhalb des Apothekennetzes

Der Telemedizin-Computer muss als eigenständige Lösung außerhalb des regulären Apothekennetzwerks laufen — etwa über ein separates WLAN oder ein eigenes Netzwerksegment (VLAN).

2. Absicherung des Geräts

  • Webseiten-Whitelist: nur die Videosprechstunden-Plattform und nötige Anmeldeseiten sind freigegeben, alles andere wird blockiert.
  • USB-Anschlüsse deaktivieren/sperren.
  • Aktueller Virenschutz und aktivierte Firewall.
  • Eingeschränkte Benutzerrechte: Versicherte können keine System-, Browser- oder Sicherheitseinstellungen ändern.

3. Datenlöschung nach jeder Sitzung

Nach jeder Nutzung müssen alle versichertenbezogenen Informationen zuverlässig entfernt werden, damit nachfolgende Patient:innen nichts einsehen können:

  • Einwahllinks und E-Mails
  • Browserverlauf, Cookies, Cache
  • Downloads und temporäre Dateien

Einrichtung, Wartung und Betrieb

Wegen der Datenschutz- und Sicherheitsanforderungen empfiehlt der Leitfaden, Einrichtung, Wartung und Support durch einen qualifizierten IT-Dienstleister vor Ort durchführen zu lassen — inklusive Sicherheitsupdates, Whitelist-/Rechte-Kontrolle, Überwachung der Löschmechanismen und Funktionsprüfungen von Kamera, Mikrofon und Internet.

Genau diese Anforderungen nimmt das vorkonfigurierte Care Tablet ab: abgesichertes Endgerät, Kiosk-Modus, Fernwartung und automatische Updates — den vertraulichen Raum stellt die Apotheke.

Welche Box zu Ihrem Standort passt, prüfen Sie in zwei Minuten.

Passt die Box in Ihre Apotheke?

Angaben nach den ABDA-/DAV-Arbeitsmaterialien zur assistierten Telemedizin (Stand 09.06.2026) sowie § 129 Abs. 5h SGB V. Keine Rechtsberatung — maßgeblich sind die offiziellen Dokumente.

Häufige Fragen

Muss der Telemedizin-PC im Apothekennetz hängen?

Nein — im Gegenteil: Er muss außerhalb des regulären Apothekennetzwerks betrieben werden, z. B. über ein separates WLAN oder VLAN.

Welche Daten müssen nach der Sprechstunde gelöscht werden?

Alle versichertenbezogenen Daten: Einwahllinks, E-Mails, Browserverlauf, Cookies, Cache, Downloads und temporäre Dateien.

Brauche ich besonders leistungsstarke Hardware?

Nein. Da der Rechner nur für die Videosprechstunde dient, genügt ein aktuelles Gerät mit aktuellem Browser; besondere Leistungsanforderungen bestehen nicht.